Der GC-CUP in der Presse 2016/17

SF Sportpanorama am GC-CUP 2017

Tele Z GC-CUP 2017 in Zürich

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Tages Anzeiger Online, 7.5.2017

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Limmattaler-Zeitung, 5.5.2017

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Basellandschaftliche Zeitung 5.5.17

NZZ-Online, 04.05.2017: Weltklasse in der Giessereihalle

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Tages Anzeiger vom 3. Mai 2017

Egypt vs Europe - Womens Draw

Womens start at 6th of may

at 15:30h: Nour el Tayeb (EGY, WR 12) vs Camille Serme (FRA, WR 3)

at 18.30h: Raneem el Welily (EGY, WR 4) vs Laura Massaro (ENG, WR 2)

Finals at 7th of may at 12.30h

The Draw

Womens Profile

NZZ vom 5.10.2016

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Der GC-CUP in der Presse 2015/16

NZZ vom 13.4.2016

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Tages Anzeiger vom 14.4.2015

Tages Anzeiger vom 16.4.2014

20 Minuten vom 16.4.15

«Einmal pro Woche gönne ich mir Schokolade»

von Alexander Kühn - Ramy Ashour, für viele der beste Squashspieler der Welt, steht diese Woche am Grasshopper-Cup in Zürich im Einsatz.


Ramy Ashour, Ihr Gegner, der Schweizer Nicolas Müller, sagt, Sie seien selbst auf einem Bein kaum zu bezwingen.
Ramy Ashour: Ich bin sehr zufrieden, wie ich nach zwei schweren Verletzungen im letzten Jahr spiele. Aber das Bild mit dem einen Bein ist schon ein wenig übertrieben. Ich erwarte gegen Nici ein Spiel auf hohem Niveau. Er hat sich gegen mich immer sehr gut verkauft, einmal führte er sogar mit 2:0-Sätzen.

Trotzdem: Sie sind der amtierende Weltmeister, er die Nummer 20 der Welt. Da müssen Sie sich doch als Favorit sehen?
Ich bin für alle immer der Favorit, aber mir gefällt diese Rolle nicht. Sie bedeutet Druck, und sie könnte mich dazu verleiten, überheblich zu werden. Das will ich auf keinen Fall.

Ist diese selbst auferlegte Bescheidenheit das Geheimnis Ihres Erfolgs?
Ein Teil davon vielleicht. Aber am wichtigsten ist es für einen Weltklasse-Squashspieler, dass er seinem Sport absolut alles unterordnet und den Kampf auf dem Platz regelrecht braucht. Er darf nichts mehr lieben als das Leiden, das Ausloten der eigenen Grenzen.

Trauen Sie Nicolas Müller den Sprung nach ganz vorne zu?

Ich halte ihn für einen potenziellen Top-5-Spieler. Er bringt alles mit. Sein Ballgefühl ist ausgezeichnet, er versteht es, den Gegner mit Finten zu täuschen und er hat den Mut zu attackieren.

Wie Sie und Ihre ägyptischen Landsleute?
Ja, wir nennen Nici auch den europäischen Ägypter. Sein Spiel ist dem unseren ähnlich. Dass er so hoch in der Weltrangliste steht, obwohl er in der Schweiz keinen adäquaten Trainingspartner hat, spricht Bände über sein Talent.

Wie wichtig ist Talent im Squashsport? Von Ihnen etwa sagt man, Ihr Unterarm bewege sich schneller als der Kopf einer Kobra. 

Talent hilft auf jeden Fall. Aber: Man kann auch mit wenig Talent und viel harter Arbeit an die Spitze gelangen. Ein Top-30-Spieler unterscheidet sich von einem, der grosse Titel gewinnt, vor allem durch seinen Lebensstil.

Kann Talent bisweilen auch ein Fluch sein?
So weit würde ich nicht gehen. Aber ein Spieler, der wegen seiner Technik diverse Optionen besitzt, hat immer auch die Qual der Wahl. Er ist wie ein Kind, das vor einem grossen Regal mit hundert Sorten Schokolade steht. Wenn man zu lange überlegt, kann es schnell einmal zu spät sein.

Stichwort Schokolade: Erlaubt der Lebensstil eines Squash-Champions den Konsum von Süssigkeiten?
Ja, aber nur einmal in der Woche. An meinem sogenannten Cheat Day esse ich alles, was ich möchte. Schokolade, Erdnussbutter, Brot. Und ganz viel Sushi. Ansonsten verzichte ich konsequent auf Kohlehydrate. So bin ich weniger verletzungsanfällig.

Fällt Ihnen der Verzicht schwer?

Inzwischen nicht mehr so. Je wohler ich mich in meinem Körper fühle und je besser er funktioniert, desto grösser ist meine Motivation, mich beim Essen zurückzuhalten. Früher ass ich regelmässig in Fast-Food-Restaurants. Dass ich heute so schlank bin, ist keine Selbstverständlichkeit für mich. Als Kind war ich dick, auch als Jugendlicher noch.

Artikel online: 20 Minuten

squashstar.tagesanzeiger.ch vom 16.4.15

Das dicke Kind, das Weltmeister wurde

Porträt Ramy Ashour liebt Erdnussbutter und Schokolade, vor allem aber das Leiden auf dem Squashcourt. In dieser Woche spielt er am GC-Cup in Zürich.

Ramy Ashour hat kein Problem damit, dass ihn die meisten seiner Konkurrenten für eigenartig halten. «Ich bin schon ein wenig verrückt», sagt der Ägypter und lacht. «Zu den Turnieren reise ich alleine und möchte dort auch für mich sein. Ich könnte nur Leute um mich haben, die immer genau wissen, was ich in der jeweiligen Situation brauche.» Squash sei ein brutaler Sport für Körper und Geist, fügt er an. Deshalb brauche er die Ruhe und Ungestörtheit zwischen den Spielen.

Ist Ashour fit, gilt er als praktisch unschlagbar. Wegen gravierender Verletzungen am Oberschenkel und den Knien konnte der 27-Jährige in den letzten zwölf Monaten jedoch nur zwei Turniere bestreiten. Er gewann beide: Im November die WM, vorletzte Woche das Super-Series-Turnier von El Gouna – jeweils nach mehreren Monaten ohne Ernstkampf. Der El-Gouna-Final gegen Mohamed El Shorbagy gilt als bester Squashmatch der Geschichte. 94 Minuten brauchte Ashour, um sich im Tiebreak des fünften Satzes durchzusetzen.

«Shorbagy und ich haben uns gegenseitig auf ein Niveau hochgeschaukelt, das wir zuvor nicht für möglich gehalten hätten», sagt der Champion. Er glaubt, dass ihn die neuerliche Verletzung letztlich stärker gemacht hat, gerade weil sie ein so harter Einschnitt war: «Die Kämpfe, die ich während dieser Zeit mit mir selbst ausfechten musste, waren bedeutend härter als jedes Turnier. Die Zweifel zu besiegen, das ist das Schwierigste bei einem Comeback.»

Ashours Krankenakte liest sich ähnlich eindrücklich wie die Liste seiner Erfolge. «Das liegt auch daran, dass ich mich früher völlig falsch ernährt und so meinen Körper geschädigt habe», sagt der Squashstar. «Selbst als ich schon Profi war, habe ich mehrmals in der Woche Fast Food gegessen. Zudem besitze ich von Natur aus keinen athletischen Körper. Als Kind und auch noch als Jugendlicher war ich dick.»

Heute unterwirft er sich einer strengen Diät und verzichtet bis auf einen Tag in der Woche komplett auf Kohlehydrate. Der Gedanke an jenen einen Tag, an dem er essen darf, was er will, lässt seine Augen leuchten. «Ich liebe Sushi in möglichst ausgefallenen Varianten, so wie man es in Südamerika isst», sagt Ashour, 1,80 m gross und 78 kg schwer. Dann zückt er sein Mobiltelefon, auf dem sich reihenweise Bilder von riesigen Platten mit Sushi befinden. Ashours Leibgericht aber ist eine Eigenkreation, die vielleicht sogar dem späten Elvis Presley zu wuchtig gewesen wäre. «In einen Vollkornwrap packe ich Erdnussbutter, Honig, Zimt und Kokosnussraspel. Anschliessend schneide ich den Wrap wie eine Sushirolle in Stücke», schildert der dreifache Weltmeister.

Letztlich ist Ashours Passion für Squash aber grösser als die für Erdnussbutter und Schokolade: «Dieser Sport ist meine grosse Leidenschaft, nichts ist mir wichtiger. Und ja, um ein grosser Spieler zu werden, muss man das Leiden lieben, den Schmerz und den Kampf gegen den Zorn.» Da Squash der einzige Racketsport ist, bei dem die Kontrahenten immer wieder mit ihren Körpern zusammenstossen und sich buchstäblich auf den Füssen stehen, ist die Wut ein ständiger Begleiter.

«Ich sehe mich selbst auf dem Platz als zwei Personen. Wobei die gefasstere die wütende besänftigt. Selbstgespräche sind ein wichtiges Mittel für mich, sie helfen mir, die Konzentration zu behalten. Mit jeder Drucksituation verstehe ich meinen eigenen Ärger besser und kann ihm effizienter entgegenwirken», erklärt Ashour, der heute Abend am Grasshopper Cup im Zürcher Puls 5 auf Schweizer Meister Nicolas Müller, die Nummer 20 der Welt, trifft.

Alles andere als ein klarer Sieg Ashours wäre eine grosse Überraschung. Der Favorit aber sagt: «Ich leide gegen jeden guten Spieler auf der Tour, und Nicolas Müller ist ein sehr guter Spieler. Es mag sein, dass bei anderen mit jedem Sieg das Selbstvertrauen wächst, doch ich hüte mich davor, das Misstrauen gegenüber der eigenen Leistungsfähigkeit zu verlieren.» Sicher sei nur eines: Dass er nach dem Turnier hier eine ausgedehnte Shoppingtour durch Zürich machen werde. «Das Geschäft mit der wunderbaren Schokolade heisst Sprüngli, oder?»



Artikel Online: squashstar.tagesanzeiger.ch

(Tages-Anzeiger)
(Erstellt: 15.04.2015, 15:45 Uhr)

NZZ vom 14. April 2015

Der GC-CUP in der Presse 2014

NZZ Neue Zürcher Zeitung vom 28.04.2014

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Tages Anzeiger vom 28.04.2014

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Tele Züri vom 27.4.2014

Bericht im TeleZüri vom 27. April 2014, ZüriSport (bei ca. 12:30)

«Ägypten sollte wie die Schweiz regiert werden»

Squash-Legende Amr Shabana spielt in dieser Woche am GC-Cup in Zürich. Der vierfache Weltmeister schwärmt von Roger Federer und der Schweiz, die alte Politelite seiner ägyptischen Heimat kritisiert er scharf.

Warum sind die ägyptischen Squashspieler so erfolgreich und so spektakulär?
Das liegt daran, dass uns die Trainer in der ersten Phase der Juniorenzeit grosse Freiheiten liessen. Niemand hat über Gebühr Wert auf Technik oder schulbuchmässige Laufarbeit gelegt. Es ging darum, Freude zu entfachen. Bis zum Alter von 12, 13 Jahren haben wir einfach alle möglichen Dinge ausprobiert. Auch wenn man Mangos mit dem Squashball vom Baum holt, verbessert man seine Treffsicherheit. Natürlich kamen später Taktik und Disziplin dazu, und heute spiele ich viele Longlines.

Der frühere ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak präsentierte sich gern als grosser Förderer des Squashsports. Wie viel hat seine Regierung den Sportlern wirklich geholfen?
In Wirklichkeit gab und gibt es keine Verbindung zwischen den erfolgreichen Squashspielern und der Regierung. Die ägyptischen Champions wurden allesamt von ihren Eltern unterstützt und gefördert. Die Politiker kamen immer erst nach den Erfolgen an und liessen sich in den Medien feiern. Wenn ich die Zeitung las, fragte ich mich, was das soll. Wir wurden schlicht und einfach für Propaganda benutzt.

Und das haben Sie sich einfach so gefallen lassen?
Nein, ich habe mich gewehrt. Einmal stellte ich den Sportminister zur Rede, ein anderes Mal den Erdölminister. Er schmückte sich in den Medien mit einem meiner Weltmeistertitel, behauptete, mein grosser Förderer zu sein. Dabei hatte er den Sponsoringvertrag nicht erfüllt und schuldete mir Geld. Das habe ich alles einer Zeitung erzählt. Es ist die Pflicht eines Athleten, solchen Missbrauch öffentlich zu machen.

Was bedeutet es Ihnen, in der Welt Ihr Land zu repräsentieren?
Ich habe mich immer als eine Art Botschafter Ägyptens gesehen. Ich möchte den Menschen zeigen, dass wir Ägypter nicht nur Revolutionen machen und Pyramiden bauen. Dass es bei uns Leute gibt, die mit grossem Einsatz etwas erreicht haben, die Fremdsprachen sprechen, Herzchirurgen sind oder eben Sport-Champions.

Kennen Sie Sami Sawiris, der in der Schweiz als Investor grosse Schlagzeilen gemacht hat?
Ja, er ist ein guter Mann. Sein Bruder war drei Jahre lang mein Sponsor – und er ist seinen Verpflichtungen stets vorbildlich nachgekommen.

Hatte die Revolution, die 2011 losbrach, Auswirkungen auf Sie und Ihre Sponsoren?
Ja, absolut. Ich habe praktisch alle Sponsoren verloren. Sie haben die Verträge zwar nicht gekündigt, doch in den Zeiten des grossen Durcheinanders und der Not wollte ich nicht auf Zahlungen pochen, die mir eigentlich zugestanden hätten. Viele Firmen gerieten ja in Schwierigkeiten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ägyptens?
Dass mein Land einmal so gut regiert wird wie die Schweiz, Dänemark oder Schweden. Jeder Mensch ist in diesen Nationen wertvoll, das Gesundheitssystem funktioniert ausgezeichnet, die Bildung ebenfalls. Auch ein Drogensüchtiger wird vom System nicht fallen gelassen, das imponiert mir. Bevor Menschenwürde, Gesundheit und Bildung in Ägypten nicht zentrale Werte sind, ist ein politisches Amt für mich kein Thema. Sollte es aber einmal so sein, widme ich mein Leben der Politik.

Wer Squashspieler auf Sie anspricht, hört immer wieder dasselbe. Dass Sie der Roger Federer Ihres Sports sind. Ein treffender Vergleich?
Das ist für mich ein grosses Kompliment. Ich habe über die Jahre verfolgt, wie Federer zur Legende wurde. Er ist ein sehr eleganter Spieler, es sieht aus, als müsste er sich gar nicht anstrengen – obwohl die Physis im Tennis inzwischen eine sehr grosse Rolle spielt.

Man hört und liest immer wieder vom Künstler Federer …
Dieser Vergleich passt schon. Das Racket ist in seinen Händen wie ein kostbares Instrument in denen eines grossen Musikers. Federer ist unheimlich erfolgreich, obwohl er nicht der Allerkräftigste oder der Allerschnellste ist. Bei mir ist das auf der Squashtour ähnlich. Ich versuche, die Dinge einfach zu machen, in jeden Effort genau das richtige Mass an Einsatz zu investieren. Darum sieht es auch bei mir oft aus, als müsste ich nicht hart arbeiten.

Wie viel Arbeit steckt hinter dieser scheinbaren Leichtigkeit?
Als ich ganz jung war, habe ich mich so verrückt wie jeder andere angestellt und an sechs Tagen in der Woche jeweils drei Trainingseinheiten absolviert. Mit den Jahren bin ich aber klüger geworden, auch weil ich öfter verletzt war. Inzwischen arbeite ich mit Trainingsblöcken. Drei Tage Lauftraining, drei Tage intensives Squash, drei Tage Krafttraining. Ich versuche, so viel Abwechslung wie möglich zu haben.

Sie gehören zu den wenigen Spielern, die viermal Weltmeister wurden, auch sonst feierten Sie grosse Erfolge. Welcher Triumph war ihr emotionalster?

Der erste Weltmeistertitel. Weil ich der erste Ägypter in der Profiära war, der dies schaffte – und weil ich der letzte Ägypter war, dem die Leute dies zutrauten. Das Talent für grosse Erfolge hatte man mir zwar zugebilligt, nicht jedoch den unbedingten Willen und die nötige Fokussiertheit. Ich wollte aber erst die Schule und mein Studium abschliessen. Ich bin nicht der Typ, der mehrere Dinge auf einmal tut.

Normalerweise stellen junge Athleten den Sport über die Schule …
Ja, aber bei mir war es nun einmal umgekehrt. Ich wollte mich auch nicht unter Druck setzen lassen. Squash war für mich lange Zeit vor allem Spass, ein Mittel, um mit Freunden auf Reisen zu gehen. Obwohl ich schon wusste, dass ich später auf den Sport setzen würde. Nachdem ich die Universität abgeschlossen hatte, war es dann so weit. Damals war ich 22 Jahre alt.

Und ein Jahr später waren Sie schon Weltmeister. Ein Moment unbändiger Freude?
Nein, mehr ein Moment der grossen Erleichterung. Ich hatte die Zweifler zum Schweigen gebracht. Aber eine gute Squashsaison reicht nicht, um sich zur Ruhe zu setzen, und so habe ich immer weitergemacht.

Sie sind bald 35 Jahre alt und könnten dann theoretisch schon Seniorenturniere bestreiten. Wie lange wollen Sie noch als Profi um die Welt reisen?
Als ich ein Teenager war, dachte ich, dass ich wohl mit 30 aufhören würde. Das schien so weit weg. Nun denke ich, dass die Dreissiger die neuen Zwanziger sind. Warum sollte ich nicht einfach schauen, wie lange ich noch ganz vorne mithalten kann? Federer wird auch 33, Tommy Haas ist 36, Ryan Giggs 41.

Wie sehr trifft es Sie, dass Sie nie an Olympischen Spielen teilnehmen konnten?

Unser Sport ist mit Sicherheit härter als 90 Prozent aller anderen Disziplinen. Wir würden es verdienen, olympisch zu sein. Dass wir von den Spielen noch immer ausgesperrt sind, macht mich nicht traurig, sondern wütend. Es ist, als wollte ein Uhrenverkäufer in seinem Laden keine Rolex haben. Squash ist kein Modesport, sondern hat Tradition und wird überall auf der Welt gespielt. Der Bau der entsprechenden Anlagen kostet nicht viel, man kann überall Courts aufstellen. Wir haben vor den Pyramiden gespielt, in der New Yorker Grand Central Station, im Hafen von Hongkong ...

Woran liegt es, dass Squash nicht olympisch ist?
Ich weiss es nicht. Der Squash-Weltverband hat nun einmal viel zu spät um Aufnahme ins Olympiaprogramm ersucht, erst in den Neunzigern. Vorher wäre das einfacher gewesen. Wir haben aber auch ohne Olympia ein gutes Produkt.

Die Schweiz hat mit Nicolas Müller, der Nummer 25 im Ranking, einen Weltklasse-Squasher. Was trauen Sie ihm zu?
Er spielt, als wäre er zumindest zu einem Viertel Ägypter. Er liebt es, den Platz zu öffnen, anzugreifen – auch in kritischen Situationen. So etwas kann man nicht lernen. Er müsste manchmal noch ein bisschen konservativer sein. Aber das wird er lernen. Mit dem Schmerz über die Niederlage kommt die Erkenntnis. Nicolas hat unheimlich viel Talent. Dass er es als Schweizer ohne gleichwertige Konkurrenz im eigenen Land so weit gebracht hat, ist eine immense Leistung. Die jungen Spieler in der Schweiz sollten ihm zusehen, wann immer sie können, und sich vornehmen, noch besser als er zu werden. Er ist ein grossartiges Vorbild.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 25.04.2014, 11:23 Uhr)
Link: Tages Anzeiger

Der Champion, der Mangos vom Baum schoss

Porträt: Der Ägypter Amr Shabana, der als Federer des Squash gilt, spielt derzeit in Zürich.

Auf der Welt gibt es nur eine Handvoll Menschen, die mit Ball und Racket so hervorragend umgehen wie Amr Shabana. Der Roger Federer des Squash sei er, sagen seine Bewunderer. Shabana, der derzeit am GC-Cup in Zürich spielt, mag den Vergleich. «Wir beide haben gelernt, in jeden Schlag das genau richtige Mass an Körpereinsatz zu investieren. Wir sind erfolgreich, obwohl wir nicht die Allerkräftigsten oder die Allerschnellsten sind», sagt der 34-jährige Ägypter. Wie Federer verkörpert er auf dem Platz Fairness, Eleganz und Kreativität. Jogo bonito, Schönheit des Spiels, nennen die Brasilianer diese sportliche Auffassung. Shabana spricht einfach von Freude. Diese begleitet ihn seit Kindertagen, als er mit dem Squashball Mangos vom Baum schoss.

Profi wurde Shabana erst mit 22 nach Abschluss des Wirtschaftsstudiums. Nach einem Jahr schon gewann er den ersten seiner bislang vier WM-Titel – und war erleichtert. Niemand hatte ihm die notwendige Fokussiertheit zugetraut, doch nun hatte er aus seinem Talent etwas Grosses gemacht. Zweimal wurde Shabana Ägyptens Sportler des Jahres, 2006 verlieh ihm der inzwischen gestürzte Staatschef Hosni Mubarak gar den höchsten Orden der Nation. Mubarak, einst ein ziemlich ambitionierter Squash-Amateur, sonnte sich gern im Glanz der erfolgreichen Athleten, seine Minister ebenfalls.

Fehlende Unterstützung

«Wir wurden für die Propaganda benutzt», sagt Shabana. «Echte Unterstützung erhielten wir nicht. Auch wenn das oft so dargestellt wurde.» Als sich der Ölminister nach einem WM-Triumph des Squashstars in den Medien als dessen Förderer feiern liess, stellte ihn Shabana zur Rede und liess eine grosse Zeitung wissen, wie es wirklich war: Der Minister hatte die Sponsoringvereinbarung gebrochen und schuldete ihm Geld. «Als bekannte Sportler haben wir die Pflicht, die Wahrheit an die Öffentlichkeit zu bringen», sagt der Mann, der drei Jahre in Folge an der Spitze der Weltrangliste stand. Noch immer kann er jeden schlagen.

Wie der ukrainische Boxer Vitali Klitschko ist Shabana ein Mensch, der weit über seinen Sport hinaus denkt. Eine politische Karriere sei für ihn aber erst ein Thema, wenn die Mächtigen in Ägypten sich endlich um das Wohl des Volkes sorgten. «Ich wünsche mir, dass mein Land einmal so gut regiert wird wie die Schweiz, Dänemark oder Schweden. Auch ein Drogensüchtiger wird in diesen Ländern vom System nicht fallen gelassen. Jeder Mensch ist wertvoll, das imponiert mir», sagt Shabana. Wenn Menschenwürde, Gesundheit und Bildung zentral für Ägyptens Regierung würden, sei er bereit, sein Leben der Politik zu widmen. Bis dahin sieht er sich als sportlicher Botschafter einer Nation, die zu Unrecht nur für Pyramiden und Revolutionen bekannt sei.

Unerfüllt wird sein Traum von Olympia bleiben. Selbst wenn er bis vierzig spielen sollte. Squash wird wohl nie olympisch. Ein Stachel im Sportlerherz des Amr Shabana. «Traurig» sei nicht das richtige Wort, um seine Emotionen zu beschreiben. «Wütend» treffe es besser. «Es ist, als wollte ein Uhren­verkäufer in seinem Laden keine Rolex haben.» In seiner Heimat ist Shabana auch so ein Star, nur Fussball ist bei den Ägyptern populärer als Squash. Wer sieht, wie der Champion den Ball streichelt und seine Gegner ins Leere laufen lässt, weiss, warum.

(Tages-Anzeiger)
(Erstellt: 25.04.2014, 02:56 Uhr)
Link: Tages Anzeiger

Im Reich der Glaskisten-Gladiatoren

Wer in diesen Tagen die Tür zum EWZ-Unterwerk beim Bahnhof Zürich-Selnau aufstösst, steht vor einer Sportarena aus blitzendem Glas und bekommt Ballkunst auf allerhöchstem Niveau zu sehen.

Gegen den Squashball, der mit einem satten Plopp an die gläserne Frontwand des Showcourts im EWZ-Unterwerk knallt, ist der Tennisball eine lahme Ente. Über 270 km/h schnell wird das 24 Gramm schwere Geschoss aus Kautschuk, wenn die Profis ihren Schwung voll durchziehen. Fünf der besten elf der Welt sind in dieser Woche am Grasshopper-Cup in Zürich engagiert, dazu Nicolas Müller, siebenfacher Schweizer Meister und Nummer 25 im Ranking.

Der 24-Jährige aus Hirzel ZH, der schon im Hafen von Hongkong und in der New Yorker Grand Central Station in einem der gläsernen Käfige gespielt hat, tritt erstmals in seiner Heimat vor so grosser Kulisse an. «Es ist riesig, mitten in Zürich so einen Anlass zu haben», sagt er. «In Europa gibt es nur zwei grössere Turniere. Und der Court mit seinen vier Glaswänden belohnt das Offensivspiel, ein präziser Ball wird leichter zum Winner als auf einem Platz mit Betonwänden. Die Zuschauer bekommen viel Spektakel zu sehen, denn mit Abwarten erreicht man hier nichts.»

Abwarten ist nicht seine Sache

Müller liegt der Court. Abwarten ist nicht seine Sache. Er ist einer, der so viel mit dem Ball anstellen kann, dass er ganz einfach angreifen muss. Selbst die Ägypter, die als das Nonplusultra in Sachen offensivem Squash gelten, sprechen mit viel Respekt vom 1,88 Meter grossen Blondschopf. Diesem passt am Grasshopper-Cup nur eines nicht: die Auslosung. Er trifft am Mittwoch ausgerechnet auf seinen deutschen Trainingspartner Simon Rösner, die Nummer 11 der Welt. «Wir coachen uns normalerweise gegenseitig, so etwas wie Geheimnisse gibt es zwischen uns nicht», sagt Müller. «Simon ist sehr explosiv und kraftvoll, gegen einen schlechter klassierten Spieler hat er seit etwa drei Jahren nicht mehr verloren. Ich hoffe, dass ich dies ändern kann.»

Ins Schwärmen gerät der beste Schweizer Squashspieler der Geschichte, wenn er vom bald 35-jährigen Ägypter Amr Shabana spricht: «Als vierfacher Weltmeister ist er eine Legende. Er spielt Squash in Perfektion, der Ball landet eigentlich immer genau dort, wo er ihn haben will. Seine Technik ist exzellent, sein Sportsgeist ebenfalls.» Obwohl er in Zürich nur als Nummer 3 gesetzt ist, hält ihn Müller für den aussichtsreichsten Anwärter auf den Titel. Knapp vor dem topgesetzten Engländer James Willstrop, der ebenfalls lange Zeit die Weltrangliste anführte. Der 1,94 Meter lange Willstrop ist das klassisch britische Gegenstück zum virtuosen und 20 Zentimeter kleineren Shabana. «Er ist sehr präzis, hat eine enorme Reichweite und kontrolliert das Geschehen mit seinen langen und präzisen Bällen wie kein Zweiter», erläutert Nicolas Müller.

Komplettiert wird das Quartett der Topfavoriten vom letztjährigen GC-Cup-Finalisten Daryl Selby aus England und dem Spanier Borja Golan. Golan, laut Müller ein Spieler mit unbeugsamem Willen und einzigartiger Fitness, ist als Nummer 2 gesetzt, liegt im Ranking als Fünfter inzwischen aber vor all seinen Konkurrenten in Zürich. Selby, der für die Grasshoppers Interclub spielt, gehört ebenfalls zum Lager der Allerzähsten. «Er macht keine leichten Fehler, kann beissen und ist im Kopf sehr stark. Wenn er spielt, habe der Court fünf Wände, sagen manche.»

Idealer Schauplatz

Möglich gemacht hat den Grasshopper-Cup der Zürcher Rechtsanwalt Steve Buchli, selbst ein ambitionierter Squashspieler bei GC. «Wir sind sehr dankbar, dass uns das EWZ eine so grossartige Location wie das Unterwerk zur Verfügung gestellt hat. Das Gebäude ist optimal», sagt Buchli. «Die Sportstadt Zürich unterstützt uns seit der Wiederbelebung des Turniers vor drei Jahren, so können wir die absolute Weltklasse hierherholen. Das Turnier geniesst internationale Beachtung und wird von der Profivereinigung PSA im Internet live übertragen. Wir wünschen uns, dass wir auf diesem Weg etwas zurückgeben können.»



(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 22.04.2014, 10:04 Uhr)
Link: Tages Anzeiger

SRF sportaktuell vom 24. April 2014

Tages Anzeiger vom 23.4.2014

Press Releases 2013

Tages Anzeiger vom 29.4.2013

Press Releases 2012